Frittiergeruch hat eine besondere Eigenschaft: Er hängt. In der Küche, an Kleidung, im Gerät selbst – und manchmal auch dann noch, wenn man das Gerät längst gereinigt hat. Wer diesen Geruch aktiv loswerden will, statt einfach zu warten, braucht die richtigen Mittel.
Dabei lohnt es sich, zwischen zwei Situationen zu unterscheiden: dem Geruch im Gerät selbst nach dem Reinigen, und dem Geruch in der Raumluft beim oder nach dem Frittieren. Beides hat andere Ursachen und braucht andere Ansätze.
Geruch im Gerät – was wirklich funktioniert
Zitronensaft und Zitronensäure
Zitronensaft ist eines der wirksamsten Hausmittel gegen Gerüche in der Fritteuse. Die Säure bindet Geruchsmoleküle chemisch und neutralisiert sie, statt sie nur zu überdecken. Etwas frisch gepressten Zitronensaft mit Wasser verdünnen, im leeren, gereinigten Behälter verteilen, 15 bis 20 Minuten einwirken lassen, dann mit klarem Wasser auswischen. Der Geruch ist danach in den meisten Fällen merklich reduziert oder ganz weg.
Zitronensäurepulver, in Wasser aufgelöst, funktioniert genauso – und ist günstiger und länger haltbar als frische Zitronen.
Essigwasser
Essig ist ebenfalls ein gutes Mittel gegen Gerüche, wirkt auf denselben Mechanismus wie Zitronensäure: Neutralisierung, nicht Überdecken. Ein Verhältnis von etwa einem Teil Essig zu drei Teilen Wasser reicht aus. Im Behälter verteilen, kurz einwirken lassen, auswischen.
Der Eigengeruch des Essigs verflüchtigt sich beim Trocknen vollständig – wer das nicht wusste und deshalb bisher auf Essig verzichtet hat, darf es ruhig versuchen.
Natron als Geruchsbinder
Natron – trocken verwendet – bindet Gerüche auf andere Weise. Etwas Natron in den trockenen, sauberen Behälter geben, ein paar Stunden oder über Nacht stehen lassen, dann auswischen. Das Natron nimmt Restgerüche auf, ohne selbst einen Eigengeruch zu hinterlassen.
Das ist besonders nützlich nach stärkerem Geruch – etwa nach Fisch – wenn man das Gerät nach der Reinigung noch etwas weiter neutralisieren möchte, bevor es wieder in Betrieb geht.
Aktivkohle
Aktivkohle ist das stärkste passive Mittel zur Geruchsbindung. Ein kleines Behältnis mit Aktivkohlegranulat in den geschlossenen Fritteusenbehälter legen, über Nacht stehen lassen. Aktivkohle bindet Geruchsmoleküle sehr effektiv und ist danach oft noch mehrfach wiederverwendbar.
Das ist eher ein letztes Mittel für hartnäckige Gerüche, die nach normaler Reinigung nicht weggehen – aber es funktioniert gut.
Geruch in der Küche beim Frittieren
Das ist eine andere Baustelle. Wer das Fenster auf hat oder eine gute Dunstabzugshaube benutzt, hält den Geruch in der Küche in Grenzen. Wer beides nicht hat oder nicht nutzt, kämpft danach mit hartnäckigem Frittiergeruch in Raum und Textilien.
Ein bekannter Trick: Während des Frittierens eine Schüssel mit Wasser und einem Schuss Essig oder etwas Zitronensaft in der Nähe stehenlassen. Das Wasser nimmt Gerüche auf. Wie gut das wirklich funktioniert, hängt vom Raumvolumen ab – ein kleiner Effekt ist aber vorhanden.
Ölspritzer, die neben die Fritteuse landen, geben ebenfalls Gerüche ab – einfach nach dem Frittieren die Arbeitsfläche abwischen.
Was nicht hilft
Raumsprays und Duftkerzen überdecken Gerüche, neutralisieren sie aber nicht. Das Ergebnis ist oft eine Mischung aus Frittiergeruch und Lavendelduft – beides zusammen unangenehmer als eins allein.
Wenn das Gerät selbst nach gründlicher Reinigung und Neutralisierung noch immer riecht, liegt die Quelle entweder im Öl, das noch im Gerät ist, oder in Fettresten an Stellen, die bei der Reinigung übersehen wurden – zum Beispiel am Heizelement, in Fugen oder am Frittierkorb.
Für anhaltende Geruchsprobleme nach der Reinigung lohnt sich ein Blick in den Artikel Fritteuse riecht nach dem Reinigen noch – dort geht es gezielt um Gerüche, die trotz Reinigung nicht verschwinden.
