Die Frage klingt simpel, aber dahinter stecken oft mehrere Probleme auf einmal. Das Öl selbst – wie bekommt man es raus, wenn kein Ablasshahn vorhanden ist? Was macht man mit dem Fett, das am Boden und an den Wänden des Behälters klebt, nachdem das Öl weg ist? Und wie wird der Behälter danach wirklich sauber?
Wer das erste Mal vor einer gründlicheren Reinigung seiner Fritteuse steht, merkt schnell: Es ist etwas mehr als nur ausleeren und abspülen.
Das Öl ablassen – mit und ohne Hahn
Fritteusen mit Ablasshahn haben es leichter. Den Hahn öffnen, Öl in ein geeignetes Gefäß laufen lassen, fertig. Wer kein solches Gerät hat, muss das Öl manuell umfüllen – entweder durch Kippen des Behälters oder mit einer Schöpfkelle bzw. einer kleinen Pumpe, wie man sie für Ölwechsel im Haushaltsbereich bekommt.
Wichtig dabei: Das Öl sollte lauwarm sein, nicht heiß. Heißes Öl ist schwer zu handhaben und kann zu Verbrennungen führen. Zu kalt ist aber auch ungünstig – bei Temperaturen unter etwa 20 Grad wird manches Frittierfett fest und lässt sich kaum noch gießen. Ein leicht abgekühltes, noch flüssiges Öl ist ideal.
Ob das Öl aufgehoben oder entsorgt werden soll, hängt von seinem Zustand ab. Riecht es neutral, ist es klar bis hellgelb und wurde nicht zu oft benutzt, kann man es für einen weiteren Durchgang aufbewahren – am besten gefiltert durch ein feines Sieb oder einen Frittierölfilter, um Speisereste zu entfernen. Ist es dunkel, riecht es muffig oder leicht ranzig, gehört es weg. Wie das richtig geht, ohne es in den Abfluss zu kippen, beschreibt der Artikel Frittieröl entsorgen.
Was nach dem Ablassen übrig bleibt
Wenn das Öl draußen ist, sieht man meistens erst, was sich am Boden und an den Seitenwänden angesammelt hat. Dort liegt eine Mischung aus altem Fett, abgesunkenen Bratpartikeln und manchmal einem dunkelbraunen Belag, der sich beim bloßen Hinschauen nicht einordnen lässt.
Das Grobe lässt sich zunächst mit Küchenpapier abtupfen – nicht schrubben, nur abtupfen. Das Papier nimmt einen Großteil des flüssigen Fettrests auf und macht die eigentliche Reinigung danach erheblich einfacher.
Den Behälter sauber bekommen
Jetzt kommt der Teil, bei dem viele zu früh aufgeben oder zu wenig Geduld mitbringen. Kaltes Fett lässt sich kaum wegwischen – es verschmiert nur. Die Lösung ist Einweichen.
Den Behälter mit warmem bis heißem Wasser und etwas Spülmittel füllen und stehen lassen. Mindestens 20 bis 30 Minuten, bei stärkeren Rückständen auch länger. Das Wasser löst die Fettreste vom Material, ohne dass man mechanisch nachhelfen muss.
Danach reicht in den meisten Fällen ein weicher Schwamm oder ein Tuch, um die aufgeweichten Rückstände zu entfernen. Keine Scheuerpads, keine Kratzer.
Wer es noch etwas gründlicher möchte oder die Fritteuse schon eine Weile nicht gereinigt hat, kann das Wasser auch im Gerät aufkochen – falls das laut Hersteller erlaubt ist. Das kochende Wasser löst auch hartnäckigere Fettschichten sehr effektiv. Anschließend abkühlen lassen, ausgießen, noch einmal mit klarem Wasser nachspülen.
Ein Punkt, den viele übersehen
Der Behälterboden hat oft eine Ecke oder einen Rand, in dem sich Fett und Partikel konzentrieren – besonders wenn die Fritteuse immer in derselben Position steht. Ein kleiner weicher Pinsel oder eine schmale Bürste hilft, an solche Stellen heranzukommen, ohne den Behälter verbiegen oder verrenken zu müssen.
Das ist kein großes Geheimnis, aber man sieht es selten erwähnt. Küchenpapier kommt dort nicht hin, ein normaler Schwamm auch nicht gut.
Danach: trocknen, bevor neues Öl rein kommt
Wasser und Öl vertragen sich bekanntlich nicht. Bevor frisches Öl eingefüllt wird, muss der Behälter vollständig trocken sein. Feuchtigkeitsreste führen beim nächsten Erhitzen zu starkem Spritzen, Schaumbildung und im schlimmsten Fall zu gefährlichem Überschäumen des heißen Öls.
Einfach mit einem sauberen Tuch auswischen und dann noch etwas an der Luft stehen lassen – das reicht in der Regel aus. Wer sichergehen will, kann den leeren Behälter kurz bei niedriger Temperatur im Backofen nachtrocknen.
Altes Fett aus der Fritteuse zu bekommen ist keine Wissenschaft. Es braucht etwas Geduld beim Abkühlen, beim Einweichen und beim Trocknen – und das Ergebnis ist ein Gerät, das beim nächsten Einsatz wieder zuverlässig funktioniert.
