Wie entfernt man eingetrocknetes Fett aus einer Fritteuse?

Wer die Fritteuse ein paar Tage stehen lässt, nachdem das Öl abgelassen wurde, kennt das Ergebnis: Das restliche Fett, das an den Wänden und am Boden hängen geblieben ist, hat sich in der Zwischenzeit verfestigt. Es ist nicht mehr fettig-flüssig, sondern wachsartig, blass und hart. Normales Abwischen geht damit nicht mehr – das Fett sitzt fest.

Das ist eingetrocknetes Fett. Es ist nicht dasselbe wie eingebranntes Fett, das durch Hitze chemisch verändert wurde und deshalb so hartnäckig ist. Eingetrocknetes Fett ist erkaltetes, ausgehärtetes Frittierfett – noch in seiner ursprünglichen Zusammensetzung, nur eben fest. Das macht es prinzipiell leichter zu entfernen als eingebranntes, wenn man weiß, was man tut.

Warum Schaben allein nicht funktioniert

Der erste Impuls ist meist, das ausgehärtete Fett mechanisch wegzuschaben. Das funktioniert bei kleinen Mengen tatsächlich – ein Plastikschaber oder eine stumpfe Karte kommt an dickere Ablagerungen heran. Aber auf glatten Metallflächen hinterlässt zu aggressives Schaben Kratzer, und in Ecken und Fugen kommt man mit einem Schaber ohnehin nicht hin.

Besser ist eine Kombination: zuerst erweichen, dann schaben oder wischen.

Einweichen: der wichtigste Schritt

Ausgehärtetes Fett reagiert gut auf Wärme und Flüssigkeit. Den Behälter mit heißem Wasser und einer großzügigen Menge Spülmittel füllen und stehen lassen – mindestens 30 Minuten, bei dickeren Ablagerungen auch eine bis zwei Stunden. Das Wasser weicht das Fett von unten auf, das Spülmittel löst die Fettstruktur.

Wer schneller vorankommen will: Wasser im Behälter zum Kochen bringen, falls das Gerät das erlaubt. Kochendes Wasser mit Spülmittel löst ausgehärtetes Fett deutlich schneller als nur warmes Einweichen. Danach abkühlen lassen, ausleeren und nachwischen.

Ein weiterer Trick, der gut funktioniert: Das Wasser nicht nur mit Spülmittel, sondern mit einem Schuss Essig versetzen. Die leichte Säure hilft, die Fettstruktur zusätzlich aufzubrechen, und wirkt gleichzeitig gegen eventuelle Kalkrückstände.

Backpulver-Paste für hartnäckige Stellen

An Stellen, wo das Einweichen allein nicht ausreicht – beispielsweise an seitlichen Rändern oder in Ecken, wo sich das Wasser nicht lange hält – hilft eine Backpulver-Paste. Backpulver oder Natron mit wenig Wasser zu einer dicklichen Masse anrühren, auf die betroffene Stelle auftragen und einige Stunden wirken lassen. Das Backpulver dringt in die Fettstruktur ein und macht sie weicher.

Nach der Einwirkzeit mit einem weichen Schwamm oder einer Bürste abwischen. Was vorher hart und fest war, lässt sich jetzt in den meisten Fällen ohne großen Kraftaufwand entfernen.

Was mit dem Frittierkorb?

Der Frittierkorb hat oft die dichtesten Ablagerungen, weil das Fett beim Erkalten durch das Gitter fließt und sich dort in Schichten aufbaut. Einweichen im Spülbecken mit heißem Wasser und Spülmittel – idealerweise über Nacht – löst auch stärkere Ablagerungen sehr gut. Danach mit einer mittelsteifen Bürste nacharbeiten, die zwischen die Maschen des Gitters kommt.

Viele Frittierköbe sind spülmaschinenfest, was den Aufwand deutlich reduziert. Aber auch nach dem Spülmaschinengang können hartnäckige Stellen bleiben – dafür ist der manuelle Nachgang mit einer Bürste gedacht. Mehr dazu im Artikel Frittierkorb reinigen.

Der Unterschied zu eingebranntem Fett

Ein kurzer Hinweis für alle, die sich nicht sicher sind, womit sie es zu tun haben: Eingetrocknetes Fett ist hell bis gelblich-weiß, wachsartig und bricht beim Schaben eher ab als dass es sich schmiert. Eingebranntes Fett dagegen ist dunkelbraun bis schwarz, fest mit der Oberfläche verbunden und reagiert kaum auf Einweichen allein – es braucht alkalische Entfetter oder sehr lange Einwirkzeiten mit Backpulver-Paste. Wer vor letzterem steht, findet mehr dazu im Artikel Eingebranntes Fett aus der Fritteuse entfernen.

Eingetrocknetes Fett ist lösbar – es braucht keine Spezialprodukte, nur Zeit und die richtige Reihenfolge: erst erweichen, dann entfernen.